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Urner Honig

 

Urner Honig (im Urner Dialekt «Hung») spiegelt die Vielfalt der Landschaft: Im Tal sammeln Bienen unter anderem Nektar von Obstblüten, Löwenzahn und Linden; in höheren Lagen können Bergblumen und Alpenrosen den Geschmack prägen. Deshalb schmeckt Honig je nach Standort und Erntezeit unterschiedlich.

Für die Urner Küche ist Honig vor allem als Brotaufstrich und zum Süsssen von Gebäck interessant. Er passt auch zu Zopf und Käse. Zugleich macht er die Arbeit der Urner Imkerinnen und Imker und die Bedeutung blütenreicher Lebensräume sichtbar.

In der Urner Sagenwelt ist der Honig keine kulinarische Delikatesse, sondern ist Hilfsmittel im Kampf gegen den Teufel. Die Urner Sagenfigur Urispiegel oder andere gewitzte Personen gehen mit dem Gehörnten einen Pakt ein, dass sie ihm ein Wesen zeigen können, das er noch nie gesehen habe. Es wird dann eine Frau oder auch ein Mann mit Honig eingestrichen und danach in Federn gedreht. Beim Anblick dieses Wesens, das der Teufel für einen «Vogel» hält, muss dieser zugeben, dass er den Handel verloren hat und lässt von der Seele seines Kontrahenten ab.

Quelle: Müller Josef, Sagen aus Uri, Nr.1261, 1262a, 1264 b und c, 1269.

DIE IMKEREI - URNER BIENENFREUNDE

Bienenfreunde Uri

Der Verein Urner Bienenfreunde wurde 1878 gegründet. Als einer seiner wichtigsten Initianten gilt Ernst Siegwart. Der Ingenieur schaffte sich im hohen Alter 1904 auch als erster Urner ein Automobil an. An der ersten Generalversammlung im folgenden Jahr verabschiedeten 16 Mitglieder die Statuten. 1884 schloss sich der Verein dem schweizerischen Bienenhalterverband an. Eine Erhebung von 1889 zählte in zehn Urner Gemeinden 76 Bienenhalter mit insgesamt 725 Bienenvölkern, die teils in Körben, teils bereits in Kästen gehalten wurden. Da nur die Hälfte der Gemeinden an der Erhebung teilnahm, lag die tatsächliche Zahl im Kanton wohl höher.
1898 entstand der Zweigverein Erstfeld-Reusstal, der sich 1994 mit den Urner Bienenfreunden zusammenschloss. Einen wichtigen Schritt für die Ausbildung machte der Verein 1997 mit der Einrichtung eines eigenen Lernbienenstands in Silenen. Dort können angehende Imkerinnen und Imker die Bienenhaltung praktisch erlernen. 2014 wurde das Vereinslokal dank freiwilliger Arbeit und Unterstützung von Sponsoren modernisiert. Der Verein fördert damit seit Generationen den Austausch von Wissen und die Ausbildung des Imkernachwuchses.

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Texte und Angaben: Quellenverweise und Rolf Gisler-Jauch / Angaben ohne Gewähr / Impressum / Letzte Aktualisierung: 29.09.2026