Bäckereien und Konditoreien
ALLGEMEINES
Im Altdorfer Dorfbüchlein aus dem Jahre 1684 sind zahlreiche Vorschriften für die Bäcker enthalten, die vor allem das Backen bei Föhn betreffen. So durfte bei Föhn sowohl in Pfister- als auch in Hausöfen nicht mehr gebacken werden. Diese Bestimmung konnte unter Umständen den Verlust einer ganzen «Bachetä» bedeuten. Bei länger andauernden Föhnperioden war es deshalb sogar notwendig, Brot aus dem Schwyzerland zu holen. Dies war vor allem nach dem Bau der Axenstrasse (1865) der Fall, als der Transport keine Schwierigkeiten mehr machte.
Im «Urner’schen Amtsblatt», das wöchentlich erschien, wurde jeden Mittwoch der amtliche Brot- und Mehlpreis veröffentlicht. Dieser obrigkeitlich festgesetzte Preis wurde «der Schlag» genannt und unter Aufsicht der löblichen Finanzkommission des Kantons Uri auf Grund des Fruchtpreises des Luzerner Marktes berechnet. Grundlage für die Berechnungen bildete das «Malter Kernen» zu 205 Pfund Neu- Schweizer-Gewicht oder ungefähr 194 Pfund Urner-Gewicht.
Die Müller- und Bäckerordnung von 1852 regelte alle das Brot betreffenden Fragen. So war jeder Bäcker oder Pfister verpflichtet, seinen Backofen, die Züge und das Kamin durchaus feuerfest einzurichten. Der Bäcker sollte sich bei der Zubereitung und Aufbewahrung des Brotes der grössten Reinlichkeit befleissen. Er musste eine gute, amtlich geprüfte Waage mit den nötigen «gefeckten», eisernen Gewichten besitzen, mit welcher die Ware ausgewägt werden musste.
Um 1900 war das Bäckergewerbe in Uri vorwiegend durch kleine, selbstständige Betriebe geprägt. Die Bäckerei versorgte die Bevölkerung mit dem täglichen Brot; die Konditorei stellte daneben süsses Gebäck und feinere Backwaren her. Beide Tätigkeiten wurden zunehmend miteinander verbunden. Ein Beispiel dafür ist die Bäckerei Arioli in Gurtnellen: Als Andrea Arioli den Betrieb im Jahr 1900 übernahm, erweiterte er ihn zur Bäckerei-Konditorei. In Altdorf begann 1903 die Geschichte der Confiserie Danioth; die Feinbäckerei Hauger führt ihre Tradition auf das Jahr 1905 zurück. Damit entstanden zu Beginn des Jahrhunderts Unternehmen, welche das Urner Backgewerbe über mehrere Generationen prägen sollten.
Die Bäckermeister mussten sich schon damals mit Konkurrenz, Brotpreisen und Gewichtskontrollen auseinandersetzen. Ende Oktober 1907 gründeten Jonas Bühler aus Flüelen, Josef Imholz aus Altdorf, Andreas Furrer aus Isenthal und Daniel Dittli aus Göschenen den Urner Bäckermeisterverband. Der Zusammenschluss stärkte die gemeinsamen beruflichen Interessen. Einen besonderen Anlass bildete 1926 der Schweizerische Bäckermeisterverbandstag in Altdorf, der Berufsleute aus der ganzen Schweiz nach Uri führte.
Seit 1911 hatten sich die Urner Bäcker mit der Konkurrenz «Konsum» zu befassen, denn die Untermühle Zug hatte bei Mehltransporten für die Bäcker auch Ware für den «Konsum» beigeladen. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges musste im Kanton Uri ein Hefedepot errichtet werden. Die Qualität des Brotes liess zu wünschen übrig. Die Bäcker beklagten sich über das Vollmehl und behaupteten, dass diesem italienisches Kopfmehl beigemischt wurde. 1916 klagten die Bäcker über den Brotpreis. Daraufhin empfahl der Vorstand den Mitgliedern, keine Rabattmarken und Weihnachtsgeschenke abzugeben. In Uri wurde im März 1917 ein zwei Kilogramm schweres Notstandsbrot eingeführt; im Juli folgten in Altdorf und Umgebung Notstandsmarken für Brot.
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 stellte die Bäckermeister erneut vor grosse Probleme: Personalmangel, Notverordnungen, Aufschläge sowie Kontigentierungen. Brot musste 48 Stunden alt sein, bis es an die Kundschaft abgegeben werden durfte. Zum Brotteig wurde Kartoffelmehl beigemischt. 1948 erstellte der Konsumverein Erstfeld und Urner Oberland eine Grossbäckerei mit Tagesleistungen von bis zu 5'000 Kilogramm sowie Gross- und Kleinbrote. Die Urner Bäcker erhielten damit einen starken Konkurrenten. Mit der Nationalstrasse wurde die Gotthard-Raststätte gebaut. Die Urner Bäcker traten der einfachen Gesellschaft Raststätte N2 bei. Mit dem Einkaufszentrum «Urner Tor» wurde auch eine gemeinsame Gross-Bäckerei diskutiert. 1975 wurde der Betrieb der Coop-Bäckerei Erstfeld eingestellt und das Brot von Luzern geliefert.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts veränderte die technische Entwicklung die Arbeit in den Backstuben. Dieser schweizweite Wandel bildete auch den Rahmen für die Modernisierung der Urner Betriebe. Verbesserte Backöfen und Maschinen erleichterten die Herstellung; seit den 1950er-Jahren setzte sich die Mechanisierung verstärkt durch. Sie verringerte den körperlichen Arbeitsaufwand und ermöglichte grössere Produktionsmengen. Gleichzeitig blieb das Gewerbe lange von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Mit der Ausbreitung industrieller Backwaren und dem Verkauf von Brot durch Grossverteiler nahm jedoch der Wettbewerbsdruck auf die selbstständigen Bäckereien zu.
Die Nachkriegszeit brachte in Uri sowohl Geschäftsübernahmen als auch neue Familienbetriebe hervor. In Gurtnellen begann 1957 die Ära der Familie Widmer. In Bürglen gründeten Werner und Margrith Schillig 1961 ihren Betrieb. Aus solchen Bäckereien entwickelten sich Unternehmen, die Brot, Konditoreiwaren und Confiserieprodukte unter einem Dach anboten. Schillig bewahrte dabei Familienrezepte für Zigerkrapfen und Schenkeli und ergänzte das Sortiment um Pasteten, Torten und Pralinen. Die regionalen Spezialitäten verbanden das tägliche Geschäft mit der Urner Fest- und Esskultur.
Gegen Ende des Jahrhunderts und besonders seit den 2000er-Jahren gewann die Zusammenführung von Betrieben an Bedeutung. Nachfolgefragen und wirtschaftliche Überlegungen führten dazu, dass bestehende Bäckereien übernommen und ihre Verkaufsstellen weitergeführt wurden. Christian Schillig übernahm 2001 die Bäckerei Gisler in Bürglen, während seine Eltern ihre eigene Backstube nach vierzig Jahren schlossen. Die Erfahrungen und Rezepte beider Betriebe wurden am neuen Standort zusammengeführt. Bei Hauger übernahm 2006 mit Marco Hauger die vierte Generation die Leitung. Das Unternehmen baute sein Filialnetz aus und verband den Verkauf zunehmend mit Cafés.
Besonders deutlich zeigte sich dieser Strukturwandel 2018 und 2019. Hauger übernahm 2018 die Confiserie Danioth in Altdorf sowie Ende desselben Jahres den Laden und das Café der Bäckerei Baumann in Andermatt. Im August 2019 folgten Beck Uri und Lehn-Beck (ehemals Bäckerei Biermeier). Deren sieben Läden mit Cafés und die Produktion am Lehn wurden in die Gruppe integriert; die beiden Unternehmen traten fortan unter dem Namen TellBeck auf. Damit entstand eine Betriebsstruktur, bei der eine gemeinsame Backstube mehrere Verkaufsstellen versorgt. Die Übernahmen ermöglichten zugleich, Arbeitsplätze, bekannte Geschäftsnamen und Kundenbeziehungen weiterzuführen.
Die Bäckerei Christen ergänzt seit Dezember 2021 die jüngere Geschichte des Urner Bäckergewerbes um einen Betrieb aus dem Nachbarkanton Nidwalden. Die Christen Beck AG mit Sitz und Backstube in Buochs unterhält mehrere Bäckerei- und Confiseriefilialen in Nidwalden, Engelberg und Altdorf. Ihr Standort am Bahnhofplatz 1 in Altdorf wird unter dem Namen «Transit» geführt und verbindet den Verkauf von Backwaren mit einem Bistro und einem Markt für regionale Produkte.
Heute reicht das Angebot der Urner Bäckereien und Konditoreien weit über das tägliche Brot hinaus. Sandwiches, kleine Mahlzeiten, Patisserie, Schokoladenspezialitäten, Geschenkartikel und Catering gehören zum Geschäft. Hinzu kommen Lieferungen an Hotels, Restaurants, Läden und Pflegeeinrichtungen. Neben der Herstellung sind damit auch Gastronomie, Dienstleistungen und die Ausbildung des beruflichen Nachwuchses wichtige Aufgaben geworden. Urner Pasteten, Zigerkrapfen, Schenkeli und Uristierli behalten dabei ihren Platz als regionale Spezialitäten. Die Geschichte seit 1900 zeigt somit einen Wandel vom kleinen örtlichen Versorgungsbetrieb zum vielseitigen Lebensmittelunternehmen, in dem überlieferte Rezepte und handwerkliche Kenntnisse weiterhin eine wichtige Rolle spielen. Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 4, 24.1.1970; Nr. 6, 7.2.1970; Bäckermeisterverband Uri, 75 Jahre Bäckermeisterverband Uri, 1982; www.urikon.ch (2026).
Bild: Bäckermeister Ambros Gisler-Arnold «Beck-Bosi» (1882-1976) betrieb auf dem Urnerboden bis ins hohe Alter die Bäckerei (75 Jahre Bäckermeisterverband Uri, S. 12).
Literatur:
Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 4, 24.1.1970; Nr. 6, 7.2.1970; Bäckermeisterverband Uri, 75 Jahre Bäckermeisterverband Uri, 1982.
Bild: Bäckermeister Ambros Gisler-Arnold «Beck-Bosi» (1882-1976) betrieb auf dem Urnerboden bis ins hohe Alter die Bäckerei (75 Jahre Bäckermeisterverband Uri, S. 12).
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STATISTIK
BÄCKEREIEN UND KONDITOREIEN (VERKAUFSLÄDEN) IN URI
Baggenstos Spezialitätem AG
Rynächtstrasse 13, 6460 Altdorf
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale Pro Familia)
Attinghauserstrasse 63, 6460 Altdorf
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale und Café Schächengrund)
Klausenstrasse 1, 6460 Altdorf
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale und Café Schmiedgasse)
Schmiedgasse 16, 6460 Altdorf
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale Urnertor)
Gotthardstrasse 67, 6460 Altdorf
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Feinbäckerei Hauger AG, Altdorf
Gemeindehausplatz 1, 6460 Altdorf
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Lehn-Beck AG
Dätwylerstrasse 4, 6460 Altdorf
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Lehn-Beck AG (Fliale Bründler)
Spitalplatz, 6460 Altdorf
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Bäckerei-Konditorei-Café Oberalp
Gotthardstrasse 49, 6490 Andermatt
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Bäckerei Konditorei Christian Schillig
Klausenstrasse 147, 6463 Bürglen
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Beck Uri AG (Beck Rösing Erstfeld)
Schlossbergstrasse 4, 6472 Erstfeld
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale und Café Erstfeld)
Gotthardstrasse 123, 6472 Erstfeld
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Feinbäckerei Hauger AG und Café (Filiale Flüelen)
Dorfstrasse 3, 6454 Flüelen
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Herger Max Gmbh
Adlergartenstrasse 10, 6467 Schattdorf
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Lehn-Beck AG (Filiale Tell)
Kirchgasse 2, 6467 Schattdorf
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Lehn-Beck AG (Filiale Dorfbeck)
Dorfstrasse 85, 6462 Seedorf
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Bäckerei Konditorei Wicki
Gotthardstrasse 115, 6473 Silenen
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Beck Uri AG (Beck Tresch, Amsteg)
Gotthardstrasse 67, 6474 Amsteg
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EHEMALIGE BÄCKEREIEN UND KONDITOREIEN IN URI
Bäckerei Dittli, Lehnplatz, Altdorf
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Bäckerei Herger GmbH, Reussstrasse 1, Attinghausen
Das frühere Ladenlokal wird seit März 2015 als Volg geführt. Herger lieferte danach noch Backwaren. Die Firma ist noch als aktiv verzeichnet.
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Bäckerei Widmer, Gotthardstrasse, Gurtnellen
Ende 2025 geschlossen. Als Nachfolge für die Lebensmittelversorgung entstand das «Guerkli», keine eigene Bäckerei.
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Bäckerei Widmer (Filiale Feld), Gurtnellen
vor dem Hauptgeschäft in Gurtnellen geschlossen.
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale Sisikon), Obere Dorfstrasse 6, Sisikon
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Feinbäckerei Hauger AG (Filiale Spiringen), Dorf, Spiringen
seit Februar 2021 geschlossen. Die örtliche Versorgung wurde mit einem Dorfladen neu organisiert.
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DETAILS ZU BÄCKEREIEN UND KONDITOREIEN
Kontrollen zum Brotgewicht
Die Dorfgerichte hatten eine strenge Kontrolle bei den Bäckern und Brotverkäufern ihrer Gemeinden durchzuführen, alle 14 Tage das Brot zu wägen und seine Beschaffenheit und den Preis zu überwachen. Am Ende jeden Monats hatten sie einen schriftlichen Bericht mit dem Ergebnis der Brotprüfung sowie die deswegen ausgesprochenen Strafurteile der Polizeikommission zuzustellen. Die Ergebnisse dieser Prüfung wurden vierteljährlich im Urner Amtsblatt veröffentlicht, so dass jedermann genau Bescheid wusste, welche Bäcker das Brot zu leicht verkauften. Die Listen blieben jedoch meistens unvollständig, da verschiedene Gemeinderäte diese Gesetzesvorschrift nicht allzu ernst nahmen. Dieser Vorwurf traf vor allem die Gemeinden Attinghausen, Seedorf, Isenthal, Sisikon und Altdorf. Das Resultat bei den übrigen Gemeinden war sehr unterschiedlich. In Erstfeld verkauften bei der ersten Prüfung von acht Brotverkäufern deren sechs zu leichtes Brot; bei den nächsten Prüfungen wurde nichts mehr beanstandet. Die schlimmsten Resultate lieferten Bürglen und Flüelen, wo bei jeder Prüfung praktisch alle der zahlreichen Brotverkäufer zu leichtes Brot verkauften. Bei Joseph Jakob Aschwanden in Seelisberg gerieten die 5-Pfund-Brote mit schöner Regelmässigkeit 16 Loth zu leicht. Am grössten war jedoch die Differenz bei den Geschwistern Zberg in Wassen.
Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 4, 24.1.1970.
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Berechnung des Brot- und Mehlpreises
Ein Malter ergab etwa 160 Pfund Mehl, 5 bis 10 Pfund Griessmehl, 20 bis 28 Pfund Krüsch und 2 bis 3 Pfund Flug. Der Ertrag des Krüsches und des Griessmehles gehörte dem Müller als Mahllohn und als Entgelt für das Auswägen. Zu diesem Preis wurden die Transportkosten von Luzern nach Uri mit 1 Franken berechnet und zusätzlich 1 Franken Provision dazugeschlagen, was den Verkaufspreis für Uri ergab. Dazu kamen für Salz, Holz und Bäckerlohn weitere 3 Franken. Der Gesamtbetrag wurde nun durch 50 geteilt, was der Anzahl Brote entsprach, die mindestens aus einem Malter Korn gebacken werden konnten. Dabei war das Brot in den Bodengemeinden und in Altdorf am billigsten. In den entfernteren Orten und in den abgelegenen Seitentälern Uris kam zu den offiziellen Brot- und Mehlpreisen noch ein bis fünf Rappen Zuschlag für Transport- und Traglohn hinzu.
Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 4, 24.1.1970.
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EREIGNISSE ZU BÄCKEREIEN UND KONDITOREIEN
Montag, 28. Dezember 1868
Bestimmungen zum Brotverkauf
Der Urner Landrat beschliesst in seiner Sitzung, den Verkauf von Brot und Mehl ohne amtliche Preisbestimmung zwar wie bis anhin weitergehen zu lassen, um aber den zahlreichen vorgekommenen Missbräuchen vorzubeugen, erlässt er folgende Bestimmungen: Das Brot muss wohlgebacken, von rechter Qualität und ohne jede Beimischung sein. Es darf eine beliebige Form haben und auch sein Gewicht ist freigestellt; jedoch müssen die Brotlaibe genauso schwer sein, als was sie verkauft werden.
Literatur: Iten Karl, Stadler Emil; Zeitungsserie «Rings um ds Ürner Chuchigänterli», in: GP Nr. 4, 24.1.1970.
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Sonntag, 27. Oktober 1907
Urner Bäckermeisterverband wird gegründet
Vier Urner Bäckermeister gründen den Urner Bäckermeisterverband. Erster Präsident wird Jonas Bühler, Flüelen. Die restlichen drei Mitglieder sind Josef lmholz, Vorstadt, Altdorf, Andreas Furrer, Isenthal und Daniel Dittli, Göschenen. Sie haben sich mit Preisunterbietungen und Gewichtskontrollen zu befassen und werben für neue Mitglieder.
75 Jahre Urner Bäckermeisterverband, S. 5.
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Sonntag, 4. März 1917
Notstandsbrot wird eingeführt
In der Schweiz und in Uri wird das Notstandsbrot eingeführt, das ein Gewicht von 2 Kilogramm hat. An Einzelpersonen darf dieses Brot nicht abgegeben werden.
75 Jahre Urner Bäckermeisterverband, S. 6.
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Sonntag, 8. Juli 1917
Notstandsmarken für Brot
In Altdorf und Umgebung werden die Notstandsmarken eingeführt. Für jede Marke erhielt der Bäcker von der Gemeindefürsorge 21 Rappen.
75 Jahre Urner Bäckermeisterverband, S. 6.
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Montag, 14. Juni 1926
Schweizerischer Bäckermeisterverbandes tagt in Altdorf
Während zwei Tagen findet in Altdorf der 41. Verbandstag des Schweizerischen Bäckermeisterverbandes statt. Der Festkartenpreis beträgt 14 Franken. Das Komitee hat mit Bürglen und Flüelen 565 Betten zur Verfügung zum Preis von 3 bis 5 Franken. Der Preis für das Bankett wurde auf 6.50 Franken festgesetzt. Die Unterhaltung steht unter der Leitung von Leonare Gamma - einer Urnerin. Es wirken auch der Lautenspieler und Sänger Hans Inn der Gand sowie eine «Bürämusik» mit.
UW 72, 12.6.1926; 75 Jahre Urner Bäckermeisterverband, S. 6 f.
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Montag, 19. August 2013
Dorfbeck in Sisikon ist Konkurs
Der Dorfladen und die Bäckerei in Sisikon haben den bisherigen Betreiber verloren. Die Dorfbeck Sisikon GmbH, die das Geschäft bisher geführt hat, ist in Liquidation.
Mit Verfügung vom 19. August eröffnete das Landgerichtspräsidium Uri den Konkurs über die Gesellschaft, die demnach aufgelöst wurde.
Wie das Konkursamt Uri auf Anfrage mitteilte, bleiben Dorfladen und Bäckerei bis Ende September weiterhin offen. Mit der einstweiligen Weiterführung des Geschäfts unter der Leitung des Konkursamts Uri würden die Chancen steigen, eine gute Nachfolgelösung zu finden. Auf diesem Weg könne man einen Beitrag leisten, dass Sisikon seinen Dorfladen nicht verliere.
UW 69, 4.9.2013, S. 16.
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Dienstag, 1. Oktober 2013
Hauger führt Dorfbeck weiter
Der Dorfladen und die Bäckerei in Sisikon werden weitergeführt. Ab 1. Oktober übernimmt die Feinbäckerei Hauger AG das Geschäft. Noch bis Ende September steht der Betrieb im Dorfladen und der Bäckerei in Sisikon unter der Leitung des Konkursamts Uri. Nach dem Konkurs der vormaligen Betriebsgesellschaft im August hatte sich das Konkursamt für die einstweilige Weiterführung entschieden, um die Chancen auf eine gute Nachfolgelösung zu erhöhen. Auf diesem Weg wollte man einen Beitrag leisten, dass Sisikon seinen Dorfladen nicht verliert. Nun konnte eine Nachfolgelösung gefunden werden: Am 1. Oktober übernimmt die Feinbäckerei Hauger AG aus Altdorf den Betrieb in Sisikon. Franz Müller, der den Dorfladen und die Bäckerei bisher geführt hat, bleibt als Standortleiter vor Ort. Insgesamt können drei der bisher vier Festangestellten sowie beide Bäckerlehrlinge ihre Stelle behalten.
UW 75, 25.9.2013, S. 5.
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Montag, 1. Januar 2018
Feinbäckerei Hauger übernimmt Confiserie Danioth
Die Bäckerei Hauger übernimmt die Confiserie Danioth. Name, Personal, Verkauf und Produktion bleiben unverändert. Seit 1903 stellte die Confiserie Danioth im Herzen von Altdorf eine grosse Auswahl an Backwaren her. Der jetzige Inhaber, Toni Danioth, hat sich entschieden, seinen Betrieb im Interesse einer guten und sicheren Nachfolgeregelung zu übergeben.
UW 69, 30.8.2017, S. 12.
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Montag, 3. Dezember 2018
Aus Bäckerei Baumann wird Café Oberalp
Die Feinbäckerei Hauger führt neu den Laden und das Café im «Oberalp». Denn so hiess das Café an der Abzweigung Richtung Oberalppass einmal. Nun kehrt der Name Café Oberalp wieder zurück. Das Brot kommt in Andermatt jedoch weiter aus der Backstube der Bäckerei Baumann.
UW 84, 24.10.2018, S. 3.
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Samstag, 30. September 2023
Andermatter Bäckerei wird geschlossen
Im Sommer 2022 haben sich die Andermatt Swiss Alps (ASA) und Vail Resorts Inc. darauf geeinigt, die Betriebe von Mountainfood/Andermatt-Sedrun Sport AG (ASS) auf Berg und Tal aufzuteilen. Die ASA hat sich in der Folge entschieden, die beiden Gastronomiebetriebe Biselli und Swisshouse selbst zu übernehmen beziehungsweise zu vermieten. «Mountainfood kann die Produktionsbäckerei (vormals Bäckerei Baumann) aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr fortführen. Gemeinsam mit der ASA als Besitzerin der Liegenschaft sowie der Gemeinde Andermatt wurden verschiedene Anschlusslösungen geprüft. Weil dies leider erfolglos blieb, muss der Betrieb der Bäckerei eingestellt werden. Die sechs betroffenen Mitarbeitenden werden bei der Suche nach neuen Stellen unterstützt.
UW 65, 19.08.2023, S. 9.
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Mittwoch, 31. Dezember 2025
Bäckerei in Gurtnellen schliesst die Tore
Die Bäckerei Widmer in Gurtnellen schliesst ihre Türen. Damit geht eine Ära zu. Mit grosser Wahrscheinlichkeit erbaute der Tessiner Giovanni Arioli bereits um die Zeit des Gotthardbahnbaus das Haus an der Gotthardstrasse - vorerst als reine Bäckerei. Im Jahr 1900 übernahm Sohn Andrea den Betrieb und erweiterte auf Bäckerei-Konditorei. Ab 1957 erfolgte dann die Zeit der Widmers. Zu dieser Zeit hatten die Bewohnerinnen und Bewohner von Gurtnellen und Umgebung noch die Möglichkeit, an fünf Orten einzukaufen: in Gurtnellen Dorf in der Konsumfiliale und in der Filiale Bäckerei Widmer, im Wyler im Konsum, im Allroundladen Gamma und in der Bäckerei Guido Widmer mit Einkaufsladen. Dazu kam noch die Metzgerei Walker und in Intschi der Laden Zurfluh des «Intschiposchtli», den später dann auch Widmers als Filiale betrieben. Damals zählte Gurtnellen auch rund doppelt so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie heute.
UW Nr. 4, 17.01.2026, S. 13.
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DER BÄCKERMEISTERVERBAND URI
Bäckermeister-Verband Uri
1907-
Der Urner Bäckermeisterverband wurde im Jahre 1907 von vier Urner Bäckermeistern gegründet. In den ersten drei Jahren erhöhte sich der Mitgliederbestand auf knapp 19. Der Eintritt kostete ursprünglich 3 Franken und der Jahresbeitrag betrug 1 Franken. 1909 trat die Urner Sektion dem Schweizerischen Bäckermeisterverband bei. Der Verband sah sich der Konkurrenz der Grossverteiler gegenüber.
1918 trat der Verein dem Handwerker- und Gewerbeverein bei.
Ein Jahr später wurde erstmals über einen Arbeitsvertrag der Bäckergehilfen diskutiert. 1924 wurde die Abgabe eines Brotkalenders beschlossen. 1926 führt die Sektion den Schweizerischen Verbandstag in Altdorf durch. 1975 konnte die 50-Jahr-Jubiläumsfeier in Andermatt durchgeführt werden.
Bäckermeisterverein Uri; 75 Jahre Bäckermeisterverein Uri; 1982.
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KÜNSTLERISCHE WERKE ZUM BÄCKERGEWERBE
Der Weg zum Brot (Steinrelief)
um 1950
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Bäckerei Hauger, Gemeindehausplatz Altdorf
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GESETZESBESTIMMUNGEN FÜR BÄCKER UND MÜLLER
Freitag, 6. August 1852
Revidierte Müller- und Bäckerordnung
LB UR (1853) Bd V S. 208-215.
Link:
Gesetzestext
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NAHRUNGSMITTEL-PRODUKTION
URNER BROT UND GEBÄCK
GEBÄUDE
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