Urner Ereignisse vor einem Jahr (2024)
Dienstag, 18. März 2025
Bei Dätwyler zeigt man sich «vorsichtig optimistisch»
Die Rahmenbedingungen für ein Industrieunternehmen wie die Dätwyler Holding standen in den letzten beiden Jahren nicht günstig. Der Gesundheitsmarkt und gleichzeitig die Industriemärkte waren von einer schwachen Nachfrage geprägt. Bei der Nachfrageschwäche handelt es sich um Spätfolgen der Covid-Pandemie. Obwohl die langfristigen Wachstumstrends in den Marktsegmenten intakt seien, leide das Unternehmen in praktisch allen Geschäftsbereichen an Überkapazitäten. Dies habe dazu geführt, dass die finanziellen Resultate in den letzten zwei Jahren weit unter dem effektiven Potenzial zu liegen kamen», so Verwaltungsratspräsident Paul Hälg an der GV der Dätwyler Holding.
Dätwyler hat im vergangenen Dezember ein Transformationsprogramm eingeleitet, um auf diese Situation zu reagieren. Mit mittlerweile 27 Produktionsstandorten in der Gruppe habe man eine kritische Schwelle überschritten, die nach einer stärkeren Standardisierung der Prozesse verlange. Gleichzeitig gewinne die Belieferung aus regionalen Werken als Folge der Pandemie und der zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten an Bedeutung. Auch die beschleunigte Transformation zur Elektromobilität erfordere Anpassungen im Produktportfolio und in der Produktion. Anders als viele andere Automobilzulieferer müsse sich Dätwyler für die Elektromobilität aber nicht völlig neu erfinden.
CEO Volker Cwielong hält in sei¬nem Referat fest, dass das angesprochene Transformationsprogramm kein reines Kostensenkungsprogramm sei, sondern dass man das
Unternehmen aus einer Position der Stärke heraus flexibler machen wolle. Dabei werde auch das Produktportfolio bereinigt. Man wolle sich auf Produkte fokussieren, bei denen Dätwyler Marktführer sein könne. Die Innovationspipeline sei gefüllt mit Produkttechnologien der nächsten Generation. Es handle sich dabei um Plattformtechnologien für vielseitige Anwendungen in verschiedenen Branchen.
Volker Cwielong zeigt sich für 2025 «vorsichtig optimistisch». Man erwarte eine schrittweise Verbesserung des Umfelds.
Insgesamt sind an der Generalversammlung 86,80 Prozent der total stimmberechtigten Aktienstimmen vertreten. Die Aktionäre stimmen allen Anträgen des Verwaltungsrats mit grosser Mehrheit zu. Die Generalversammlung beschliesst eine Dividende von 3.20 Franken pro Inhaberaktie und von 0.64 Franken pro Namenaktie.
Alle bisherigen Verwaltungsräte werden für eine weitere Amtsperi¬ode von einem Jahr wiedergewählt. Britt Hendriksen wird neu in den VR gewählt. Sie verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der globalen Healthcare-Industrie, zuletzt als Group CFO von Unilabs, einem führenden Anbieter von Diagnostikdienstleistungen. Zuvor war sie während mehr als 20 Jahren in verschiedenen globalen Führungsfunktionen für Novartis tätig, unter anderem als CFO Global Drug Development und als CFO der Region Asia Pacific. Im Hinblick auf absehbare altersbedingte Rücktritte wurde der Verwaltungsrat damit um ein Mitglied erweitert. Er besteht neu aus neun Mitgliedern und wird unverändert von Paul Hälg präsidiert.
Quellen / Literatur:
UW 23, 22.03.2025, S. 4.
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DAS HEUTIGE DATUM
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